Wortstellungsunterschiede, Teil 7 – nach der Konjunktion ‚und‘

In unserer Mittwochsreihe lernten wir bisher recht einfache und bekannte Wortstellungsunterschiede, die es zwischen dem Deutschen und dem Tschechischen gibt. Obwohl die deutsche Wortstellung der tschechischen deutlich mehr ähnelt als der englischen, gibt es natürlich noch hunderte feine Unterschiede. Etwa zwanzig werde ich noch vorstellen – damit kriegen wir das Jahr gut rum 😉

Diese Unterschiede sind  – könnten wir sagen – für Fortgeschrittene, aber es schadet nicht, wenn auch Anfänger sie zu Herzen nehmen.

Heute betrachten wir das Segment hinter der Konjuktion und (tsch. a). Wie steht es um die Reihenfolge zwischen einem Verb/Verbpartizip und einem Pronomen hinter „und“? Lassen Sie uns zwei Sätze vergleichen:

dt. Der spinnt, haben die anderen gesagt und ihn aufgefordert.

tsch. Má to v hlavě přeházené, říkali ostatní a vyzvali ho.

Im deutschen Satz folgt auf „und“ direkt das Pronomen „ihn“, wogegen im Tschechischen nach „und“ zunächst das Verb folgt und dann erst das entsprechende Pronomen „ho“.

Wie kann man sich das aber merken? Nun, im deutschen Satz folgt im Grunde nach „und“ auch ein Verb, genau gesagt das Hilfsverb „haben“, nur ist es nicht sichtbar! Wenn wir diese Elipse hinzufügen, erhalten wir diesen Satz:

dt. Der spinnt, haben die anderen gesagt und [haben] ihn aufgefordert.

und erkennen keine Syntaxunterschied zwischen Deutsch und Tschechisch.

Wir können aber auch den deutschen Perfekt auf Präteritum umstellen und erkennen auch hier keinen Syntaxunterschied mehr zwischen Deutsch und Tschechisch:

dt. Der spinnt, haben die anderen gesagt und [forderten] ihn auf.

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