Die Eintopf-Lücke

Als lexikalische Lücke bezeichnet man ein Phänomen, bei dem in einer Sprache ein passender Ausdruck für ein Konzept fehlt. Ein häufiger Grund für so ein Phänomen ist, dass ein Konzept kulturell bedingt im Land einfach nicht vorhanden ist.  Ein Beispiel für so eine lexikalische Lücke ist im Tschechischen der gute alte Eintopf. Für ihn gibt es in der tschechischen Sprache keine direkte Übersetzung, sondern nur eine Umschreibung. Diese lautet  jídlo z jednoho hrnce (dt. Essen aus einem Topf). Wie man sieht, trifft diese Umschreibung den Eintopf nicht richtig. Durchgesetzt hat sich in Tschechien daher auch die deutsche Entlehnung eintopf bzw. ajntopf. Mit diesem Wort sind aber nicht die deutschen Eintopf-Varianten mit klarer Brühe abgedeckt. Diese werden in Tschechien als zeleninová polévka (dt. Gemüse-Suppe) bezeichnet,  selbst wenn sie Fleisch beinhalten.

2 Kommentare

  • Juliane

    Paßt nicht ganz zum Eintopf, aber ich muß mal wieder mein Lieblingswort aus dem Deutschen anbringen, was mich seit geraumer Zeit beschäftigt. Unser „Doch“ als kurze, knackige Erwiderung. Bsp. Das stimmt aber nicht. Doch. Du gehst heute nicht mehr weg. Doch usw. Darauf gebracht haben mich meine englischen Kollegen, die sehr bedauern, solch einen Ausdruck nicht in ihrem Sprachgebrauch zu haben uns eine stellte sogar die These auf, daß das weltweit einzigartig wäre. Stimmt das? Wahrscheinlich eher nicht. Wie auch immer sie haben das Wort kurzerhand in ihren englischen Wortschatz aufgenommen, hört sich echt lustig an.

    • Ich finde das deutsche doch auch praktisch. In der tsch. Sprache lässt sich doch nur durch ale jo bzw. ale ano (dt. aber ja) ausdrücken.

      Ich weiß nicht, ob das deutsche doch einzigartig ist.

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