Wortstellungsunterschiede, Teil 10 – Temporaladverb

Das deutsche Temporaladverb „gestern“ wie im Satz

Die Vorstellung gestern werde ich so bald nicht vergessen.

kann ins Tschechische nicht einfach eins zu eins als Temporaladverb „včera“ übersetzt werden. Stattdessen müssen wir „gestern“ zum Adjektiv „včerejší“ deadverbaliseren.  Die richtige Übersetzung des obigen Satzes sollte demnach sein:

Na to včerejší představení hned tak nezapomenu.

11 Kommentare

  • MarkusK

    Kann man sich einfacher machen wenn man den deutschen Satz wie folgt bildet: „Die gestrige Vorstellung werde ich so schnell nicht vergessen“.
    Wobei kann ich diesen Satz auch im Futur übersetzen? Also „Nebudu zapomenout na to…“?

    • Stimmt, eine solche Konstruktion ist im Deutschen ja auch möglich 🙂
      Darüber habe ich gar nicht nachgedacht.

      Zu deiner Frage: Grammatikalisch korrekt ist ein tschechischer Futursatz mit „werden“ nur mit einer perfektiven Form des Verbs: „Nebudu na to zapomínat“. (Ein Leser hat vor einigen Monaten aber schon angemerkt, dass diese Regel nicht 100%ig ist. )
      Wenn es um „die gestrige Vorstellung“ geht, ist semantisch allerdings nur die Konstruktion ohne „werden“ passend: „Nezapomenu na to“.

  • Marcel

    Wollte mal ein großes Lob aussprechen, bin zwar gerade erst am Tschechisch lernen, aber diese Seite gibt mir Hoffnung und Stärkt meinen Willen diese Sprache zu lernen.

    děkuji mnohokrát Petra

  • MarkusK

    Oh ja stimmt – das mit den perfektiven und imperfektiven Verben vergesse ich immer wieder…. Ich tue mich gedanklich immer schwer den Unterschied zwischen perfektivem und imperfektivem Verb zu begreifen, da von der Verbform ja beide Gegenwart sind, aber das imperfektive ja doch das Futur ausdrückt.
    Ich sags ja immer: Tschechisch ist nicht die einfachste Sprache;-)
    Wobei ich mich dem Lob von Marcel anschließen möchte – ich verwende einige deiner Beispiele regelmäßig wenn ich in Tschechien bin. Insbesondere mit dem Satz „Učení je mučení“ und dem tschechischen IQ-Witz hatte ich neulich viele Lacher auf meiner Seite;-)

  • „Nebudu zapomínat“ heißt, dass sich das „zapomínání“ (vergessen) wiederholt, vielleicht sogar regulär. Es kann vielleicht sein, dass es gibt solche Dinge, die man regulär vergessen kann (fällt mir jetzt nichts ein), aber normalerweise vergisst man nur einmal. Also es kann vom Zusammenhang abhängen. Hast du viellicht ein Beispiel?

    • Du sagst nichts anderes als ich – nur, dass ich es nicht weiter erläutert habe: Dass diese konstruktion semantisch nicht passt, also das man sie in einem anderen (z.B. von dir beschriebenen) Kontext verwendet. Verwendungsbeispiele findet man durch googlen und bingen genug. Grammatisch bleibt die „Nebudu zapomínat“-Konstruktion weiterhin.

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